Montag, 19. Mai 2014

[Rezension] Sterben kann ich morgen noch - Alfred Wallon

Dank Blogg dein Buch (klick!) und dem dotbooks Verlag (klick!) durfte ich das Buch "Sterben kann ich morgen noch" von Alfred Wallon lesen. Vielen Dank dafür! Das Buch könnt ihr unter anderem hier (klick!) erwerben. 


allgemein

Titel: Sterben kann ich morgen noch
Originaltitel: Sterben kann ich morgen noch
Autor: Alfred Wallon
Verlag: dotbooks Verlag
Preis: 4,99€
Genre: Roman
Format: ebook
Seitenanzahl: 166
ISBN: 978-3-95520-635-2
Erscheinungsdatum: 24.03.2014

kurzbeschreibung

"Im Altenheim "Sunset Valley´s Senior Rest" könnte Ruhe und Frieden herrschen - gäbe es da nicht Frank Logan: Der knurrige 70-jährige Schriftsteller gilt als Schrecken des Pflegepersonals. Nur zum schüchternen Michael fasst er Vertrauen und bittet ihn um Hilfe: Er will ein letztes Mal an den Schauplatz seines wichtigsten Romans zurückkehren. Bevor Michael recht weiß, wie ihm geschieht, packt ihn eine nie gekannte Abenteuerlust. Wenig später findet er sich in einem klapprigen Auto auf dem Highway wieder. Unterwegs lernen die ungleichen Reisegefährten eine schöne Anhalterin kennen. Michael ist sofort bis über beide Ohren in Sally verliebt. Noch weiß ernicht, dass sie gerade erst ihren Freund verlassen hat. Dass sie ihn um 20.000 Dollar erleichtert hat. Und dass ihr deswegen zwei zu allem entschlossenen Killer auf den Fersen sind..."

zum autor

"Alfred Wallon, geboren 1957 in Marburg/Lahn, ist seit 1981 als Schriftsteller tätig. Er veröffentlichte bereits über zweihundert Romane in nahezu allen gängigen Sparten der Spannungs- und Unterhaltungsliteratur. Walon gehört zu den wenigen Europäern, die bei den renommierten Western Writers of America aufgenommen wurden, und ist außerdem Mitglied bei den Western Fictioneers. Mehr Informationen über Alfred Wallon finden sich auf seiner Homepage (klick!) und bei Facebook (klick!). Bei dotbooks veröffentlichte Alfred Wallon bereits eine Reihe historischer Romane die im "Wilden Westen" spielen und faszinierenden Persönlichkeiten der amerikanischen Geschichte das wohlverdiente Denkmal setzen."

cover

Das Cover passt sehr gut zu dem Inhalt des Buches. Es ist auf Alt getrimmt, abgebildet ist ein alter Mann im Rollstuhl mit Gitarre und Cowboyhut. 

erster Satz

"Noch vor zwei Jahren war die Welt für mich eien völlig andere gewesen, eine, in der es feste Regeln, Gesetze und Verhaltensmuster gab."

charaktere

Frank Logan: Früherer Autor von Western, jetzt ein alter Mann mit Krebs, der im Seniorenheim "Sunset Valley´s Senior Rest" das Ende seiner Tage abwarten soll. Doch das ist nicht das, was Frank will. Er ist ein Sturkopf mit eigenem Willen, lässt sich nichts sagen und sich nicht helfen. Einzig Michael, einem der Altenpfleger scheint er zu vertrauen. Und so erzählt er ihm seinen Wunsch, noch einmal nach Wounded Knee zu gehen und überredet Michael, mitzukommen. Er ist die Figur, die am tiefsten und vielfältigsten beschrieben wird, und so ist es auch eigentlich die einzige Person, in die ich mich hineinversetzen kann.

Michael: Altenpfleger im "Sunset Valley´s Senior Rest". Er ist der Erzähler der Geschichte, dennoch erfährt man nicht viel von ihm. Die Geschichte aus seiner Sicht wird sehr objektiv erzählt, wenig Emotionen seinerseits und wenig Einblick in den wirklichen, inneren Michael. So wirkt die Figur etwas oberflächlich, langweilig, ängstlich und steril. 

Sally: Michael und Frank gabeln sie an einer Tankstelle auf. Sie ahnen nicht, dass sie sich damit auch Killer auf den Hals hetzen. Sally ist die einzige Frau im Buch, die eine Rolle spielt. Auch sie ist teilweise etwas oberflächlich skizziert.

John Standing Eagle: Ein Sioux-Indianer, der Frank Logan von früher kennt. Er hilft dem Dreier-Gespann mehrmals aus der Patsche und begleitet sie auf ihrem Weg nach Wounded Knee.

zitate

"Ich gebe dir mein Wort darauf, dass du es nicht bereuen wirst, Mike. Wenn wir unser Ziel erreicht haben, dann wirst du verstehen, warum ich diese Reise einfach antreten musste."
(Seite 42)

"Ich finde, dass jeder Mensch eine Chance haben sollte, zu entscheiden, wann und wie er sterben will. Deswegen sind wir hier. Damit Frank Logan bewusst diese Entscheidung treffen kann. In unseren Augen ist das kein Verbrechen, sondern nur der Respekt vor der persönlichen Entscheidung eines alten Mannes."

">>Es ist kein tolles Gefühl zu begreifen, dass die innere Uhr immer schneller tickt<<, murmelte er, nachdem er sich wieder gefasst hatte. >>So viele Jahre habe ich vergeudet. Und jetzt habe ich Angst, dass alles zu spät ist. Dass ich mit dem, was ich jetzt tue, womöglich nichts mehr erreichen oder gar verändern kann.<<"

">> Du nennst es Zivilisation, in der du lebst. Aber du hast vergessen, dass es noch viel mehr gibt als ein schönes Haus, viel Geld auf dem Konto und ein geregeltes Leben, in dem alles seinen gewohnten Gang geht. Vielleicht ist es noch nicht zu spät für dich, das zu entdecken.<<"

inhalt

Ins "Sunset Valley´s Senior Rest" kommen die Menschen, für die es keine Hoffnung mehr gibt. Das Seniorenheim zum Sterben gewissermaßen. Alles läuft gut - bis Frank Logan auftaucht. Er ist dickköpfig und stur und wird gegen den Altenpfleger Toby sogar handgreiflich. Der einzige, der mit ihm klar kommt ist Michael, ein schüchterner Altenpfleger, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Zwischen den beiden entwickelt sich sehr schnell eine besondere Freundschaft und Frank erzählt Mike, dass er noch einmal nach Wounded Knee, zum Schauplatz eines seiner Romane, gehen möchte, bevor er stirbt. Michael stimmt zu, ihn zu begleiten - und so brechen die beiden in ein Abenteuer der besonderen Art auf. Unterwegs begegnen sie Sally, die ihren Ex um 20.000$ erleichtert hat und der einige Killer auf den Fersen sind. Auch Michael und Frank sind nun in Gefahr und so beginnt eine turbulente Reise durch Amerika. Währenddessen erfährt man ein wenig über die indianische Geschichte, allerdings nicht viel. Bei nur 166 Seiten wäre da noch etwas Spielraum gewesen, das ganze auszubreiten, ohne dass es langweilig oder überladen wirkt. Überhaupt fand ich die Geschichte sehr kurz, man hat die 166 Seiten schnell durch. Das macht die Geschichte zum einen etwas kurz und oberflächlich - gerade der emotionale Tiefgang fehlt etwas - zum anderen wird es aber gerade dadurch ein gutes Buch für zwischendurch. Man braucht nicht viel Zeit um es zu lesen, und kann es so auch mal zwischenrein quetschen, wenn man mal etwas Zeit erübrigen kann.

fazit

Das Buch ist gut geschrieben, die Handlung des Buches ist ebenfalls interessant, aber trotz alledem konnte es mich nicht so recht in den Bann ziehen. Ich konnte mich nicht wirklich in die Personen hineinversetzen, da sie doch eher oberflächlich beschrieben werden. Ich vermisste an vielen Stellen etwas mehr Tiefe - besonders emotional. Somit wurde es zu einem Buch, das ich zwar gelesen habe, das mich aber nicht so gefesselt hat, dass ich nicht mehr damit aufhören konnte. Dennoch finde ich die Thematik sehr interessant. Das Buch führt uns vor Augen, dass man nicht alles vor sich herschieben sollte, bis es zu spät ist, sondern seine Träume selbst in die Hand zu nehmen und zu verwirklichen. Insgesamt also ein nettes, kurzes Buch für zwischendurch, das eine gute Hintergrundthematik hat, aber dennoch auch einige Schwächen.


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